Dienstag, 31. Januar 2017

Quellón

An unserem ersten Tag in Quellón beschlossen wir alles ganz entspannt anzugehen und nahmen uns lediglich vor die Stadt ein bisschen zu erkunden, einkaufen zu gehen und Wäsche zu waschen. 

sah alles ganz schön nach DDR aus

Mittagessen: Hühnchen mit Brötchen







Und da man sich ja sonst nichts gönnt, gönnten wir uns für 17500 Pesos eine Wäsche...
Leider wurde aus der versprochenen Abholzeit 19:00 am Ende (nach zweimal "in 10 Minuten") 20:00. So warteten wir irgendwann im Waschladen, wo Mutter und Tochter im Hinterzimmer noch schnell unsere Wäsche fertig machten.
War ja wirklich nicht so viel...
Der Ausblick aus dem Aufenthaltsraum


Am nächsten Tag wollten wir nach dem Frühstück das inseltypische Curanto essen gehen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art, das Essen zu garen: ursprünglich wurden dafür Kartoffeln (wovon es auf der Isla Chiloé 3 verschiedenfarbige Sorten gibt), Muscheln, Fleisch etc. verwendet, welche in einem Loch im Boden über Feuer gegart/geräuchert wurden.
Alex hatte im Internet herausgefunden, dass man mit dem Bus an einem Ort ganz in der Nähe welches essen können sollte.
Als wir dann den Busfahrer nach jenem Ort fragten, kannte der diesen leider nicht. Und auch sonst niemand im Bus wusste, wo man sonst noch Curanto hätte essen können. Also fuhren wir mit diesem Bus einfach erst einmal zur Endhaltestelle und hofften vielleicht auf dem Weg dahin etwas zu sehen.
Diese seltsamen braunen "keine-Ahnung-wie-man-das-beschreibt" (wahrscheinlich sind es auch Algen) und schwarze Algen im Block (wahrscheinlich direkt aus dem Boden gestochen) gab es hier überall.



Am sogenannte Punta de Larpas angekommen, erfuhren wir durch ein Schild, dass hier die "Carretera Panamericana" endet. Diese beginnt in Anchourage, Alaska und endet nach 12.000km (!) hier, in Quellón,Isla Chiloé. Wirklich eine lange Straße.

Nach ein paar Schritten fanden wir ein Schild, das eine Bootstour anpries. 5000 Pesos pro Person, um... ja das wussten wir zu dem Zeitpunkt auch nicht so genau. Jedenfalls war gerade eines dieser Boote angekommen und so beschlossen wir einfach fragen zu gehen; denn auf dem Weg hierher hatten wir leider auch nicht einen einzigen Hinweis auf Curanto entdeckt.
So erfuhren wir, dass man bei der Bootstour Robben und brütende Kormorane entdecken konnte. Und da Lena ja bekanntermaßen das Wasser liebt, war die Entscheidung schnell getroffen.
Leider war dann erst doch kein Platz mehr für uns. 5 Minuten später dann aber aus unerfindlichen Gründen doch. Naja, so ging es dann für uns los, schlechtestens vorbereitet, ohne Jacke, Sonnenhut oder Sonnencreme.




Dieser Mann wohnte ohne Strom mitten im Nichts. Sein Geld verdiente er wohl mit Muscheln oder Algen. Hühner hatte er auch.


Ein Bereich zur Fischzucht: obwohl die Netze nicht bis ganz an die Oberfläche gehen, haben die Gefangenen kein Interesse auszubrechen.



Schließlich kamen wir an einer kleinen Bucht an, an der die sogenannten Dampfschiffenten brüteten. Diese immer als Paar auftretenden Vögel tragen ihren Namen aufgrund ihres Flugverhaltens: beim Start aus dem Wasser rudern sie so extrem mit ihren Watschelfüßen, dass es an ein Dampfschiff erinnert.
Kurzer Einschub: diese ganzen Informationen erhielten wir erst am Abend durch einen Schweitzer, den wir im Hotel trafen. Er war Hobbybiologe und wusste allein von unseren Schilderungen, die wirklich laienhaft waren, um welche Arten es sich handelte.
Direkt daneben sahen wir außerdem einen Austernfischer, der durch einen langen, dünnen, roten Schnabel "besticht" (im wahrsten Sinne des Wortes).



Besonders gut zu erkennen: der rote Schnabel.

Sogar kleine graue Küken hatte das Pärchen bei sich.






Eine Jacke hatten wir übrigens dabei. Irgendwann wurde es nämlich ziemlich kalt.
Als nächstes fuhren wir dann zu einer Steininsel, auf der wir sowohl eine Robbe sahen, als auch besagte Kormorane beim Brüten beobachten konnten.

















Nach diesem Ausblick aufs Meer, kehrten wir schließlich um und fuhren ganz gemütlich wieder zurück.
Mal wieder Pinguine

Und auch mehrere Robben tauchten immer wieder mal kurz auf.





Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, liefen wir noch ein bisschen am Wasser entlang, in der Hoffnung noch etwas essbares zu finden, aber entweder war alles zu teuer oder zu hässlich.



Die wohlbetuchten Leute wohnen hier eigentlich alle immer auf den Hügeln und haben sich dort fette Villen gebaut.




Letztendlich wieder in Quellón angekommen, machten wir noch einen kurzen Abstecher in ein Café, dass von zwei schwulen Männern betrieben wurde, im Hinterbereich noch mit einem Friseursalon aufwartete und erst ganz frisch eröffnet hatte. Sehr stilvoll eingerichtet und leckere Muffins, Sandwiches und Tee sorgen für gute Laune.






Abschiedsfotos vom Balkon aus.


Alex und Lena